Die Technik zielt auf eine spezifische Schwäche des passiven Lesens: Fakten, die nur registriert werden, verbinden sich mit nichts. Zu fragen, warum etwas wahr sein sollte, zwingt Sie, im Vorwissen nach einem Grund zu suchen, und die entstehende Erklärung wird zu einem Abrufweg zurück zum Fakt. Der Nutzen ist größer, wenn Sie über das Thema schon etwas wissen, weil es mehr Anknüpfungspunkte gibt.
In der Übersichtsarbeit von Dunlosky wurde elaboratives Nachfragen mit mittlerem Nutzen bewertet: Der Effekt ist über viele Faktenlern-Experimente hinweg verlässlich, doch der Großteil der Belege betrifft kurze faktische Materialien und kürzere Behaltensintervalle als in der Test- und Spacing-Literatur, sodass seine Reichweite über einfache Fakten hinaus weniger gesichert ist.
Beim Lesen und Markieren ist die Technik leicht anzuwenden. Statt eine Aussage nur zu markieren, hängen Sie eine Notiz an, die beantwortet, warum sie wahr ist oder warum die Autorin oder der Autor daran glaubt. Wenn Sie nicht einmal einen Erklärungskandidaten hervorbringen können, haben Sie eine Lücke gefunden, die einen zweiten Blick verdient, was die Technik zu einer günstigen Verständnisprüfung macht.