Definition

Inkrementelles Lesen ist eine Methode, viele Texte parallel in kleinen, priorisierten Portionen zu lesen und dabei Schlüsselpassagen in ein Spaced-Repetition-System zu übernehmen, um sie langfristig zu behalten. Um 1999 vom SuperMemo-Erfinder Piotr Wozniak entworfen, verschmilzt es Lesen, Markieren und Wiederholungsplanung zu einem durchgehenden Prozess.

Beim inkrementellen Lesen werden importierte Artikel in Fragmenten gelesen; die lesende Person extrahiert wichtige Passagen, und die Auszüge werden schrittweise zu Fragen verdichtet, typischerweise Lückentexten (Cloze), die in eine Spaced-Repetition-Warteschlange eingehen. Der Planer verschachtelt neue Lektüre mit fälligen Wiederholungen und verschiebt, was weniger wichtig ist, sodass die Aufmerksamkeit über eine große Sammlung hinweg stets zum Material mit der höchsten Priorität fließt.

Die behaupteten Stärken folgen aus etablierten Prinzipien: Extrahieren ist selektive Aufmerksamkeit, das Verdichten von Auszügen zu Fragen ist Generieren, die Wiederholungsplanung ist verteilte Abrufübung, und das Springen zwischen vielen Quellen verschachtelt Themen. Die Behauptungen zur gesamten Pipeline stützen sich allerdings vor allem auf die Dokumentation ihres Entwicklers und nicht auf unabhängige kontrollierte Studien, und der Arbeitsablauf hat eine notorisch steile Lernkurve.

Auch ohne SuperMemo zu übernehmen, ist das Muster übertragbar. In priorisierten Durchgängen zu lesen, viele Quellen ohne schlechtes Gewissen gleichzeitig offen zu halten und die besten Markierungen in ein Wiederholungssystem statt in ein Archiv zu schieben fängt den Großteil des Konzepts ein. Die Kerneinsicht lautet, dass Lesen und Behalten einen gemeinsamen Arbeitsablauf teilen sollten, statt getrennte Tätigkeiten zu sein.

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