Wie GovTech Staat und Bürger digital verbindet

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February 10, 2018
by
Wayra
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Wie GovTech Staat und Bürger digital verbindet

TL;DR

GovTech soll digitale Technik zum selbstverständlichen Bestandteil staatlicher Leistungen machen und Bürger stärker an öffentlichen Prozessen beteiligen. Start-ups, etablierte Technologieunternehmen, Politik und Forschung können dazu unterschiedliche Stärken einbringen, doch digitale Infrastruktur allein genügt nicht: Entscheidend sind nutzbare Verwaltungsangebote, geeignete Kooperationen und Kommunikation auf Augenhöhe.

Transcript

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Key Insights

  • GovTech überträgt digitale Technologien und neue Lösungsansätze auf Staat und öffentliche Verwaltung.
  • Digitale Verwaltung sollte als normale Regierungsarbeit gelten, nicht als abgetrennter Spezialbereich.
  • Start-ups können staatliche Leistungen mit spezialisierten Produkten und neuen Arbeitsweisen verbessern.
  • Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe ergänzt die rein technologische Perspektive auf digitale Städte.
  • Mobilfunkinfrastruktur bildet eine notwendige Grundlage für zahlreiche digitale Anwendungen und Dienste.
  • Politik und Wirtschaft müssen zusammenarbeiten, damit Digitalisierung praktisch umgesetzt werden kann.
  • Estland und das Vereinigte Königreich werden in der Diskussion als digitale Vorreiter bezeichnet.
  • Österreich konzentriert sich laut Gespräch zunächst auf die Digitalisierung der zehn wichtigsten Dienste.

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Questions & Answers

Q: Was ist GovTech und welches Ziel verfolgt es?

GovTech beschreibt in der Diskussion den Einsatz und die Anreicherung von Technologie im öffentlichen Sektor. Ziel ist es, staatliche und administrative Leistungen zeitgemäß digital bereitzustellen, die Zusammenarbeit mit innovativen Unternehmen zu erleichtern und Bürger an den entstehenden Prozessen zu beteiligen. Dabei soll Digitalisierung nicht als isoliertes Zusatzthema behandelt werden, sondern als Bestandteil normaler Regierungs- und Verwaltungsarbeit.

Q: Warum sollte digitale Verwaltung nicht getrennt von Regierung betrachtet werden?

Digitale Technik wird im täglichen Leben bereits in vielen Bereichen selbstverständlich genutzt. Deshalb hält Reinhard Fuchs die Trennung zwischen Regierung und digitaler Regierung für unpassend. Öffentliche Leistungen bleiben staatliche Aufgaben, unabhängig vom verwendeten Zugang. Im Jahr 2018 sollte digitale Bereitstellung seiner Aussage zufolge daher nicht mehr als eigene Kategorie gelten, sondern in die reguläre Gestaltung von Verwaltung und Dienstleistungen einfließen.

Q: Welche Rolle können Start-ups im GovTech-Bereich übernehmen?

Start-ups können spezialisierte Lösungen entwickeln, einen konkreten Mehrwert liefern und bestehende staatliche Prozesse verbessern. Die Veranstaltung stellt Deutschland als ein reifes Start-up-Ökosystem mit vielen kleinen Unternehmen dar. Damit deren Beiträge auf staatlicher Ebene wirksam werden, benötigen sie eine Bühne, passende Partner und Verbindungen zu Verwaltung, Politik, etablierten Technologieunternehmen sowie europäischen Institutionen.

Q: Warum ist digitale Infrastruktur für GovTech wichtig?

Digitale Infrastruktur ermöglicht erst den verlässlichen Zugang zu digitalen Anwendungen und staatlichen Angeboten. Valentina Daiber beschreibt die von Telefónica bereitgestellte Mobilfunkinfrastruktur als Grundlage der Digitalisierung. Ohne diese technische Basis können digitale Dienste nicht flächendeckend genutzt werden. Zugleich macht die Diskussion deutlich, dass Infrastruktur allein nicht ausreicht, denn auch Arbeitsbereiche, Verwaltungsleistungen und Formen der Zusammenarbeit müssen digital gestaltet werden.

Q: Wie können Bürger an der Digitalisierung von Städten beteiligt werden?

David Calas betont eine Kommunikation zwischen Stadt und Bürgern auf Augenhöhe. Sein Ansatz verbindet Fragen der Stadtentwicklung, Gesellschaft, Kultur und Digitalisierung. Damit erweitert er die vorwiegend technologische Vorstellung einer Smart City um eine gesellschaftliche Perspektive. Bürger sollen nicht lediglich Nutzer fertiger Systeme sein, sondern in einen Austausch darüber treten können, wie digitale Veränderungen in der Stadt gestaltet werden.

Q: Welche Akteure müssen für erfolgreiche GovTech-Projekte zusammenarbeiten?

Die Gesprächsrunde bringt Politik, Wirtschaft, Technologieunternehmen, Start-ups und Forschung zusammen. Bernhard Loos möchte als Unternehmer und Bundestagsabgeordneter insbesondere Politik und Wirtschaft verbinden. Telefónica steuert Infrastruktur und Erfahrungen mit digitalisierten Arbeitsbereichen bei. Start-up-Plattformen schaffen Sichtbarkeit für junge Unternehmen, während Forschung und Stadtplanung gesellschaftliche sowie urbane Anforderungen in die Debatte einbringen.

Q: Welche Länder gelten in der Diskussion als digitale Vorreiter?

Reinhard Fuchs nennt Estland und das Vereinigte Königreich als besonders weit entwickelte Beispiele. Estland ist außerdem durch einen Vizepräsidenten der Europäischen Kommission in einer früheren Gesprächsrunde vertreten gewesen und wird ausdrücklich als digitaler Vorreiter beschrieben. Österreich sei ebenfalls einmal führend gewesen, konzentriere sich nun aber zunächst auf die Digitalisierung seiner zehn wichtigsten Dienstleistungen in den kommenden Monaten und Jahren.

Q: Welche technologischen Entwicklungen treiben den GovTech-Diskurs an?

Als wichtige Entwicklungen werden Blockchain und künstliche Intelligenz genannt. Sie stehen für eine Welt, die sich schnell verändert und immer mehr Lebens- und Wirtschaftsbereiche erfasst. Die Einführung verweist unter anderem auf Umbrüche im Hotelgewerbe, beim Einkaufen, in der Mobilität und bei Geldgeschäften. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie der öffentliche Sektor vergleichbare Veränderungen aufnimmt.

Summary & Key Takeaways

  • GovTech bezeichnet die technologische Weiterentwicklung des öffentlichen Sektors. Die Diskussion fragt, wie digitale Verwaltungsleistungen verbessert und Bürger stärker an den zugrunde liegenden Prozessen beteiligt werden können.

  • Start-ups können konkrete Lösungen und Mehrwert für staatliche Aufgaben liefern. Dafür brauchen sie Sichtbarkeit sowie Kooperationen mit Politik, Verwaltung, etablierten Unternehmen und europäischen Institutionen.

  • Digitalisierung betrifft Infrastruktur, interne Arbeitsabläufe und öffentliche Dienste. Die Gesprächsrunde fordert, sie nicht als getrennten Sonderbereich, sondern als normalen Bestandteil moderner Regierungsarbeit zu behandeln.


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