Nichts von alledem ist so, wie man sich die Zukunft einst vorstellte. Im Jahre 1930 traf der Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes in einer Rede mit dem Titel »Wirtschaftliche Möglichkeiten für unsere Enkelkinder« eine berühmte Vorhersage: Innerhalb eines Jahrhunderts müsse dank des wachsenden Wohlstands und des technischen Fortschritts niemand mehr als etwa 15 Stunden pro Woche arbeiten. Die Herausforderung bestehe vielmehr darin, die neu gewonnene Freizeit zu füllen, ohne wahnsinnig zu werden. »Zum ersten Mal seit seiner Erschaffung«, verkündete Keynes seinen Zuhörern, »wird der Mensch mit seinem wirklichen, seinem ständigen Problem konfrontiert sein – wie er seine Freiheit von drängenden wirtschaftlichen Sorgen nutzen kann.«[12]
Es gibt keinen Grund zu glauben, dass man jemals das Gefühl haben wird, »alles im Griff zu haben« oder Zeit für alles zu haben, was wichtig ist, nur weil man mehr erledigt.
lästig.« In dem Maße, in dem die Bequemlichkeit den Alltag kolonisiert, gliedern sich die Aktivitäten allmählich in zwei Typen: diejenigen, die jetzt viel bequemer sind, sich aber leer anfühlen oder nicht mehr mit unseren wahren Vorlieben übereinstimmen, und diejenigen, die jetzt als äußerst lästig erscheinen, weil sie so unbequem bleiben.
Die Bequemlichkeitskultur gaukelt uns vor, dass wir Platz für alles Wichtige finden können, wenn wir nur die lästigen Aufgaben des Lebens eliminieren. Doch das ist eine Lüge. Man muss sich für einige wenige Dinge entscheiden, alles andere opfern und mit dem unvermeidlichen Gefühl des Verlustes umgehen, das damit einhergeht.
Oder anders gefragt: Warum sollte man 4000 Wochen als sehr geringe Zahl betrachten, weil sie im Vergleich zur Unendlichkeit so verschwindend ist, anstatt sie als gewaltige Zahl zu sehen, weil es so viele Wochen mehr sind, als wenn man nie geboren worden wäre? Natürlich wird nur jemand, der nicht erkannt hat, wie bemerkenswert es ist, dass überhaupt etwas ist, sein eigenes Dasein als derart selbstverständlich hinnehmen – als ob es etwas wäre, worauf man ein Anrecht hat und das man sich nicht nehmen lassen darf.
Arbeiten Sie in der ersten Stunde eines jeden Tages an Ihrem wichtigsten Projekt, und schützen Sie Ihre Zeit, indem Sie »Besprechungen« mit sich selbst vereinbaren und diese in Ihrem Kalender markieren, damit andere Dinge nicht dazwischenkommen können.
Das zweite Prinzip besteht darin, die Zahl der laufenden Projekte zu begrenzen.
Der alternative Ansatz ist die Definition einer festen Obergrenze für die Anzahl der Dinge, die man gleichzeitig bearbeiten darf. In ihrem Buch Personal Kanban beschreiben die Managementexperten Jim Benson und Tonianne DeMaria Barry diese Strategie ausführlich und schlagen vor, nicht mehr als drei Aufgaben zu bearbeiten.
Das dritte Prinzip besteht darin, der Verlockung mittlerer Prioritäten zu widerstehen.
Tatsächlich aber, so erklärt sie, »ist es viel schwieriger als das. Man muss lernen, zu Dingen, die man tun möchte, Nein zu sagen, in dem Bewusstsein, dass man nur ein Leben hat.«[61]
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