Ben Drape

Ben Drape

Oct 29, 2025 4:10 PM

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die anderen Leuten das wegnehmen wollen. Wenn die drei da vorne das nicht machen, ja, dann können wir uns eigentlich auch in die Mitte stellen und einen Kaffee zusammentrinken. Aber gucken wir mal, was da vielleicht noch für Fragen kommen. Na ja, Jonathan hat ja schon das brisante Thema sozusagen Homosexualität angesprochen. Du hast, glaube ich, mal gesagt, niemand wird verurteilt, weil wir Leuten mit Liebe begegnen,
aber Homosexuelle seien schon Sünder. Habe ich dich richtig zitiert? Ja, also zum Thema Homosexualität gibt es einen biblischen Text im Römerbrief, wo das relativ deutlich ist, dass das eigentlich vor Gott eine Konsequenz davon ist, dass Menschen angefangen haben, sich von Gott loszustoßen. Ja, im Endeffekt ein Rebellieren gegen Gott, in dem man sagt, okay, ich missachte dein Gebot oder die Ordnung, die du geschaffen hast.
Wie passt das zusammen mit einem schwulen Pfarrer? Ist das doch ein Widerspruch? Da muss ich jetzt keine Rechenschaft für ablegen. Das muss man vielleicht auch dann in dem Fall Tim fragen, wie er das Ganze biblisch einordnet. Also es gibt ja auch oft den Satz, den würdest du wahrscheinlich auch unterschreiben, Gott liebt den Sünder, aber hasst die Sünde. Das ist so ein typischer Satz, der immer aus der freikirchlichen Bubble vor allem kommt.
Und dieser Satz klingt ja am ehesten, ah ja, da steckt Liebe drin. Er liebt den Sünder, aber dann kommt hinten der Schlag, aber er hasst die Sünde. Das heißt, du darfst ja schwul sein, aber bitte lebst nicht aus. Und das ist aber, das habe ich mir nicht ausgesucht. Gott hat mich schwul gemacht. Ich habe mir nicht ausgesucht, schwul zu sein. Das ist meine Identität. Und ich glaube, es gibt allgemein schon genug Diskriminierung gegenüber queeren Menschen
in der Gesellschaft, dass das dann auch noch aus einer christlichen Bubble kommt, wo die Nächstenliebe so groß drüber steht. Das verletzt halt einfach. Der Punkt ist ja vielleicht auch einfach, also den Widerspruch, den sich manche Menschen bei Christfluencern stellen, ist, dass wenn du das als Diskriminierung empfindest, was ich nachvollziehen kann, dass man auch das Gefühl hat, naja, das hat ja mit unserer freiheitlichen Gesellschaft,
gibt es einen Widerspruch zumindest. Dann würde ja zumindest deine Glaubensrichtung in einem gewissen Widerspruch stehen, weil du diskriminierst Homosexuelle, mindestens aus deiner Sicht. Und Diskriminierung ist ja nicht erlaubt. Ja, aus deiner Sicht nennst du das halt Diskriminierung. Für mich persönlich ist das überhaupt keine Diskriminierung. Ich könnte, ich könnte dich in den Arm nehmen. Du reißt ja queeren Menschen ja auch nicht die Hand. Also es ist schon...
Mach ich das nicht? Ich finde, ich fühle mich jetzt nicht sehr eingeladen dadurch, sondern ich finde, es wirkt auf mich so, ja, das gibt es und es ist auch okay, aber nicht bei mir bitte so. Ich fürchte, wir werden die Disput wahrscheinlich hier nicht lösen können, leider. Aber wir reden ja über Christfluencing. Und dann ist es natürlich interessant. Jetzt habt ihr alle eigentlich festgestellt, es gibt so verschiedene Glaubens- und auch Bibelausrichtungen.
Warum, Toni, dann überhaupt Christfluencing? Also wenn, dann versuchen alle, irgendwen zu überzeugen von irgendwas. Ist das dann nicht auch so ein bisschen weird? Worum es für mich, also worum es geht beim Christfluenzen, in erster Linie ist es, aufs Kreuz und auf Jesus zu zeigen. For me. Wenn ich das mache durch meine Videos oder wenn ich auch nicht nur auf Social Media, sondern in day-to-day-life auf der Straße
mit Menschen in Kontakt komme und merke, die brauchen Halt oder die brauchen Hoffnung oder die brauchen irgendwas, was ihnen Motivation gibt und ich dann aufs Kreuz zeige und ich dann auf Jesus zeige und ich dann auf Nächstenliebe zeige, dann mache ich das nicht mit Respekt und Liebe, um jemandem irgendwie Honig ums Maul zu schmieren, sondern wirklich, weil ich in Jesus Kraft schöpfe. Der Heilige Geist und deine eigene Beziehung mit
Gott ist das, was im Fokus steht. Und deswegen ist es auch so schade, dass das Thema wie Homosexualität natürlich sehr viele Wunden aufreißt und sehr viel Diskussion auslöst, weil das, selbst wenn es ein Teil aus der Bibel ist, es ist nur ein winziger Teil. Und sehr vieles wird halt auseinandergenommen und es wird sehr oft nicht im Kontext gelesen, es wird sehr oft nicht weitergelesen und es wird sehr oft nicht, das ist meine Meinung aber,
auf heute betragen, weil wir leben nun mal in anderen Zeiten auch. Also wenn ich dich richtig verstehe, dir geht es beim Christpflanzing nicht um missionieren? Das Ding ist, Missionarsarbeit ist eh schon ein schwieriger Begriff, weil das auch ein Begriff ist, der verwendet wurde damals in der Sklavenzeit. Es ist Evangelisation und das ist auch das, was Jesus uns gesagt hat, was wir tun sollen, bevor er wieder in den Himmel gegangen ist.
Er hat gesagt, hier geht raus in die Welt, verkündet und er sagt die frohe Botschaft. Er sagt nicht geht und zeigt mit dem Finger auf Leute. Daniela, wann wird diese Art Missionierung, wie hast du gesagt, Evangelisation, aber wann wird missionieren problematisch? Ich würde sagen, sobald es an Bedingungen geknüpft ist oder sobald es so durch die Hintertür kommt. Also ich kenne es tatsächlich aus meiner eigenen Erfahrung,
dass dann auch teilweise gesagt wurde, okay, hey, ich helfe dir, wenn du die Bibel nimmst. Und das ist dann problematisch, wenn dann mit dem Glauben so ein bisschen gedealt wird sozusagen und wenn dann gesagt wird, ja, ich will dich ja gar nicht missionieren, aber du bist schon so ein schlechter Mensch, du kommst eigentlich in die Hölle, wenn du dich nicht bekehrst. Also es ist so subtil, manipulativ. Ist es dir so ergangen, wie war das?
Also ich habe mich bekehrt aus Angst vor der Hölle, weil mir Angst vor der Hölle gemacht wurde. Das war der Grund. Also bekehren ist so ein christlicher Slang. Also ich bin zum Glauben gekommen aufgrund Angst vor der Hölle und war auch jahrelang immer wieder da drin, dass ich Angst hatte, meine Familie kommt in die Hölle und habe dann denen auch gedroht, dass sie in die Hölle kommen, wenn sie nicht zu Jesus kommen.
Also ich war da richtig drin, weil mir das selber so vorgelebt, vorgepredigt wurde. Und das finde ich halt problematisch, wenn man halt so manipuliert wird durch Ängste, durch ganz normale menschliche Bedürfnisse, wie Bedürfnis nach auch Gemeinschaft oder so. Warst du dann, würdest du sagen, du warst in einer Sekte oder Sektenähnlich oder war das wirklich eine Freikirche? Also offiziell ist es eine Freikirche, es gilt nicht offiziell als Sekte,
aber ich persönlich würde es rückblickend als mindestens Sektenähnlich einordnen, weil es war schon sehr krass. Ruby, du bist ja tatsächlich influenced worden, das darf man so sagen, oder? Also von Christfluencern wurdest du auch durchaus beeinflusst? Also ich bin tatsächlich total streng, glaube ich, aufgewachsen. Also ich bin syrisch-orthodox, das ist ja so die strengste Form, orthodox. Und ich hatte das schon immer quasi in mir und die letzten zwei, drei Jahre hat sich einfach intensiviert,
weil für mich das einfach meine Beziehung eben zu Gott auf ein ganz anderes Level gebracht hat. Und nun mal ist einfach so, dass wir halt manchmal sechs, sieben Stunden am Tag auf Social Media rumhängen und da bin ich schon mal ganz froh, wenn zwischendrin was auftaucht, was mich wieder kurz da rauszieht. Und ich finde halt eben Glauben, Jesus, das entfernt uns so ein bisschen aus diesen weltlichen Dingen,
an die wir uns halt teilweise klammern. Deswegen finde ich halt, dass es ganz wichtig ist, dass es eben auch auf Social Media stattfindet. Adrian, wie siehst du das? Ist das nicht eigentlich ein legitimes Mittel? Alle möglichen Leute im Internet werben für ihre Sache. Wo ist das Problem? Ich glaube, wie wir es schon eigentlich oft genug festgestellt haben, wo die Gegenseite auch schon zugestimmt hat, ist halt, wenn das mit komischen Botschaften einhergeht, wenn das irgendwie mit Ausschluss mit einhergeht,
wenn das irgendwelche Menschen halt auch diskriminiert unter Umständen. Aber wie gesagt, einfach nur sein Glauben im Internet zeigen und andere Leute finden das cool. Ja, klar, von mir aus. Also ich mache atheistischen Content, das finden natürlich atheistische Leute meistens auch cool oder auch Aussteiger sagen, ey, du bringst so eine Prise Humor da rein, das gibt mir so ein bisschen mehr Möglichkeit,
damit auch gut umzugehen, das zu verarbeiten. Und dann sage ich, ey, cool, wenn dir das hilft, dann freut mich das tierisch. Aber ich kriege halt zum Beispiel auch Nachrichten von Leuten, die kommen dann aus sehr krassen Kreisen. Mir hat letztens noch einer geschrieben, dass er sich wahrscheinlich ein zweites Mal outen muss, weil seine Eltern glauben, die hätten das weggebetet. Also solche Nachrichten bekomme ich auch und das bedrückt mich irgendwo natürlich.
Das klingt für manche jetzt vielleicht amüsant, aber für diese Menschen selber, die halt daherkommen, für die ist das ein übel krasser Druck. Also sobald ich von irgendeinem problematischen Christ-Transfer was teile und sage, guck mal, der schon wieder, dann antwortet der oft, ja, meine Schwester findet den cool oder mein Papa findet den cool. Jonathan, würdest du dich auch so von dem, sagen wir mal, problematischen Missionieren distanzieren,
wie es fast alle jetzt hier getan haben? Absolut. Also ich bin auf jeden Fall kein Fan davon, wenn man Menschen, aber ich finde es sogar sehr schlimm, wenn man Menschen zu etwas zwingt, in durch Angst gewinnen möchte. Das ist auf jeden Fall nicht die Art, wie Jesus Menschen begegnet ist. Dennoch sehe ich, das hattest du auch schon erwähnt, dass wir den Auffrag einfach bekommen haben, von Jesus hinauszugehen in die Welt, um das Evangelium zu predigen.
Und aktuell ist es so, dass viele Menschen sich halt auch im Internet aufhalten und da kann man den natürlich auch erreichen. Wir sollten schon die Wahrheit einfach aus Liebe heraus nicht verschweigen, weil wenn ich jetzt quasi der Bibel wirklich glaube, so wie sie dort beschrieben ist, dass selbst Menschen, wenn sie nicht errettet sind, in die Hölle gehen, die Bibel ist da schon relativ deutlich, dass es ein Entweder-Oder gibt,
dann wäre es ja irgendwie lieblos, dann jemanden zu sehen und zu sagen, okay, ist mir ganz egal, was mit ihm passiert. Dann würde ich zumindest versuchen, einem sehr liebevollen Umgang oder sehr liebevoll auf ihn zuzugehen. Wie auch immer, ich würde jetzt nicht irgendwie jeden Menschen nehmen und dem was einpredigen, aber zumindest, wenn sich das Gespräch ergibt, sehr vorsichtig, sensibel einfach ihnen die Wahrheit erzählen,
so wie ich sie glaube und kennengelernt habe. Und dann ist es natürlich in seiner Entscheidung, ob er sagt, ja, ich möchte das auch oder ich schaue mir das an oder nicht, das ist dann frei. Daniela, jetzt haben wir darüber gesprochen, dass es hier Problematiken beim Christfluencing geben kann. Ich selbst habe es auch erlebt, ich war mal Reporter in den USA zum Beispiel, habe mit evangelikalen Fundamentalisten drehen dürfen, müssen, können.
Und das war echt hartes Brot. Es waren sehr, sehr gut ausgestattete, finanziell gut ausgestattete Menschen, die extrem versucht haben, auch auf politisches Thema Einfluss zu nehmen und Menschen feindliche Botschaften verbreitet haben. Ich glaube, so kann ich das zusammenstellen. Hast du das auch so erlebt? Ja. Inwiefern? Was heißt also, wann wird es dann wirklich? Oder wann hast du gemerkt, das ist jetzt hier,
das ist jetzt doch ein bisschen mehr als nur an Gott glauben Predigen, sondern da geht es um was, also auch mal um was Politisches vielleicht. Ja, also ich muss sagen, also es hat bei mir angefangen. Ich habe 2017 war ich schon so weit radikalisiert, dass ich AfD gewählt habe. Da war die AfD natürlich noch nicht so krass wie heutzutage, aber immer noch AfD. Und da waren auch schon schlimme Sachen passiert.
Aber da hatte ich das noch nicht so reflektiert. Da war ich damals auch noch pro Trump und alles Mögliche, weil halt die Gegenkandidatin damals gegen Abtreibung war und also für Abtreibung und so. Und dann dachte ich mir Gut, also auf jeden Fall, das ist das Thema. Mein Thema, ich muss pro Trump sein, weil wegen Abtreibung. Und bei mir hat sich dann aber erst so diese Reflektion eingestellt während Corona.
Bei mir in meinem Umfeld gab es dann ganz wilde Schwurblereien. Und dann habe ich festgestellt, oh, also irgendwie bin ich da, da gehe ich dann doch nicht mit d'accord. Weiß ich nicht, da habe ich ein schlechtes Bauchgefühl mit, hab dann recherchiert, hab festgestellt, okay, das hat wissenschaftlich gar kein Hand und Fuß, was manche Menschen verbreiten. Und dann habe ich da Abstand genommen. Und das ist wahrscheinlich während Corona selten passiert.
Aber ich habe mich während Corona dann entradikalisiert und bin dann selber auch langsam ein bisschen neutraler geworden. Ruby, warum ist es überhaupt so, dass Chris Fluenza auch mit diesem schlechten Ruf kämpfen müssen, der ja teilweise bewahrheitet ist, weil es dann eben doch diese Schnittmenge gibt aus nicht nur rechtskonservativ, sondern ganz rechtsaußen und relativ fundamentalem Glauben? Ich finde es total spannend, dass das aufkommt,
weil das in meiner Bubble zumindest gar kein Thema ist oder war. Und ich erst vor ein, zwei Tagen Gespräch mit jemandem hatte, der quasi so eine For-You-Page hatte, wo der Zusammenhang Christentum und Rechts so zusammengefügt wurde. Und ich habe mich dann so gefragt, wie kann das überhaupt in einem Satz aus dem Mund von jemandem kommen, weil es so weit weg ist von den Werten, die im Christentum eigentlich gepredigt werden?
Und ich muss auch ehrlich sagen, dass ich damit in meinen Kreisen Gott sei Dank keine Begegnung mit hatte. Adrian, du arbeitest ja mit diesen Kreisen und mit diesen Videos teilweise auch. Wo sind die Überschneidungen? Oder wann wird es aus deiner Sicht dann bei diesen Videos auch gefährlich? Ja, ich bin jetzt auch stehen geblieben. Also die anderen beiden sind grad einen Schritt vor. Also ich fand es erst mal schön, dass du diese Erfahrung halt gemacht hast.
Ich gehe halt nur nicht ganz dabei mit, dass es schwierig ist, Christentum und Rechts miteinander zu bringen, weil es funktioniert. Es lässt sich halt miteinander zusammenbringen. Das ist cool, wenn du das nicht machst übrigens. Also feiere ich übel, weil solche Menschen brauchen wir natürlich mehr. Aber ich meine, von wem redest du? Gibt ja ein paar prominente Beispiele, die dir wahrscheinlich... Wir können da viele nennen.
Also Liebe zur Bibel, Ketzer der Neuzeit, wenn ich da jetzt ein paar Namen direkt nennen soll. Also die sind ja rechtskonservativ, definitiv. Und das zeigen sie auch. Kuscheln mit AfD zum Beispiel, führen Interviews und so weiter. Genau, richtig. Die führen Interviews mit der AfD. Die machen dann zum Beispiel aber auch queerfeindlichen Merchandise. Auch wenn das natürlich immer so ein bisschen durch die Blume
gerade durchgebracht wird, gibt er diesen Pullover, da steht drauf als Mann und Frau Schuwe sie. Und hinten steht irgendwas auf jeden Fall gegen Pride. Jonathan, siehst du die Gefahr, die hier gerade beschrieben wird, dass es da Überschnittmengen gibt nach ganz rechtsaußen, die das auch weitlich ausnutzen? Ich denke, die Problematik gibt es ja durchaus. Also wenn wenn Menschen wirklich in die Richtung gehen, dass man sagt,
nur hier ist der einzig wahre Ort und hier kannst du Gott finden. Und dann wird natürlich schnell nach außen gesagt, okay, wenn du jetzt nicht diesen Rock anhast, der vielleicht über die Knie geht oder sonst was, dann wird ganz schnell irgendwie jemand das heil abgesprochen oder zugesprochen. Das sind halt dämliche und wirklich schlechte Dinge, in meiner Meinung nach. Und das sind oft dann auch Dinge, die aus dem fundamentalistischen Denken kommen,
die dann einfach irgendwie kulturgeprägte Dinge sind, die die einfach mitgenommen haben und nicht das überdacht haben, dass es eigentlich nicht darum geht beim Evangelium. Also ich glaube schon, dass es diese Gefahr durchaus gibt. Spürst du da auch eine Verantwortung denjenigen, die da vielleicht noch nicht so gesettelt sind und die irgendwie nur Halssuchend sind, auch klar zu sagen, Achtung, hier ist die Grenze.
Also ich bin zwar vielleicht konservativer als andere, aber bis dahin und nicht weiter? Absolut, ja. Inwiefern? Also wie äußert sich das? Ich habe auch zum Beispiel einige Beiträge darüber gemacht, dass man einfach mal das Mindset bricht, Christen muss man unbedingt immer am Äußerlichen erkennen. Und wie gesagt, einen Christen erkennt man an der Liebe und nicht jetzt an der Haarfarbe, an sonst etwas. Dazu habe ich auch schon einiges gemacht.
Und da würde ich auch gerne in Zukunft noch einiges machen, ja. Ist es denn eigentlich so ein Problem, wie wir es beschreiben, wie du es erlebt hast? Erlebst du das gerade so, Daniela, dass die Gefahr größer geworden ist? Oder sagst du dir, na ja gut, ich war jetzt ein Fall, es ist bedauerlich genug, dass ich da reingezogen wurde. Und manchen anderen geht es vielleicht auch so. Aber im Grunde ist dieses Christfluencing erst mal harmlos.
Also ich würde sagen, es wird zunehmend gefährlicher, weil wir mittlerweile auch gesellschaftlich, also es ist kein per se christliches Problem. Es ist ein gesellschaftliches Problem. Die Grenze des Sagbaren hat sich immer weiter nach rechts verschoben durch die Rhetorik der letzten Jahre, Jahrzehnte. Allein durch das, was an den USA passiert ist. Das beeinflusst ja weltweit auch Gesellschaften. Und das öffnet natürlich auch Türen für ChristfluencerInnen,
die rechtes und gefährliches, menschenfeindliches Gedankengut mit sich bringen, die vorher vielleicht keinen Anklang gefunden hätten in dem breiten Maße in der christlichen Durchschnittsgesellschaft. Aber jetzt dadurch, dass sich die Grenze des Sagbaren eh schon nach rechts verschoben hat, findet das Anklang. Und Leute denken, ach ja gut, ich hab's so oft gehört, vielleicht macht das ja doch irgendwie Sinn.
Und das ist die Gefahr. Und das ist das Problem. Also es ist nicht, also ich würde definitiv aussagen, es gibt auch viele gute, auch menschenfreundliche ChristfluencerInnen und ganz viele unproblematische, also die einfach ihren Stuff machen, die Bibel teilen, ihr Glauben teilen, Hoffnung teilen, go for it. So wie Toni. Genau, aber es gibt halt eben auch diese Leute, die diese Grenze des Sagbaren nutzen, um eben auch ihre menschenfeindliche Meinung
jetzt unter das christliche Volk zu bringen. Und das eventuell auszunutzen. Ruby. Sorry. Also was ich auch wichtig, also was du auch gerade gesagt hast, es geht halt immer darum, was der Mensch sagt. Und ich glaube, Adrian hat ja vorhin auch schon so was gesagt wie, es läuft halt immer durch den Kopf durch, bevor es dann gesagt wird. Und genau dasselbe ist es, finde ich auch. Und da sage ich jetzt vielleicht was,
was ganz viele andere Christen ganz schwierig finden. Aber es ist halt auch mit der Kirche so ein bisschen ähnlich, weil was ich vorhin meinte, als ich gesagt habe, dass für mich Christentum nicht mit rechts vereinbar ist, da geht es für mich um die Religion, um den Christentum, um Jesus. Für mich ist das nicht mit rechts vereinbar. Was die Kirche macht oder was Einzelpersonen vielleicht teilweise sagen oder von sich geben,
dass das manchmal in so einem Kontext, in die Richtung geht, in diesem Kontext mit rechts, das gibt es auf jeden Fall. Und da finde ich, ist es so wichtig, dass man halt eben sich nochmal auf das Wort beruft und nachliest. Und was ist wirklich echt? Oder was hat Jesus gepredigt? Und was ist das, was durch den Kopf gegangen ist erst und dann durch einen Menschen durch, der vielleicht eben auch falsche Dinge predigt oder sagt?
Und da ist es eben wichtig, dass man halt, finde ich, den Fakten checkt, checkmacht. Tim, erst mal und dann du und dann du. Ja, ich wollte noch auf ein Thema eingehen, weil wir reden die ganze Zeit, haben wir von Liebe zur Bibel gesprochen und anderen. Aber Jonathan, du machst auf deinem Account, benutzt du auch viele rechte Narrative. Ich habe mir jetzt ein Video von dir angeschaut, wo du, ja, vielleicht ist es auch Unwissenheit,
aber ein typisches rechtes Narrativ ist, dass quasi durch Drag Queens, queere Menschen Kinder früh sexualisiert werden. Und das stimmt halt. Das ist einfach ein rechtes Narrativ, was immer und immer wieder erzählt wird. Das erzählst du auf deinem Account auch und damit setzt du Menschen realen Gefahren aus. Also wenn ich mich queer im Internet zeige, kriege ich Morddrohungen. Ich kriege so viele Hasskommentare darunter.
Und indem du solche Videos machst, befeuerst du die nur. Und ich finde, christlich wäre es doch eher, sich schützend vor queere Menschen zu stellen, anstatt sie an den Pranger oder ans Kreuz zu nageln. Jonathan darf natürlich antworten. Ja, also für mich ist das, ich habe mich auch irgendwo in der Verantwortung gesehen, wenn ich aus meiner Sicht etwas, eine Gefahr sehe, dann auch darüber zu sprechen. Aber es ist ja keine Gefahr.
Ja, also aus meiner Sicht ist es natürlich schon etwas, wirklich, ja, ich würde es gefährlich nennen, wenn man halt Kinder, ja, wenn da halbnackte Menschen tatsächlich... Das macht aber, da sind keine halbnackten Menschen. Geh da hin. Okay. Das ist Mist, was du erzählst. Okay, wenn das jetzt nicht halbnackt wäre, gebe ich dir recht. Wenn es so ist, dann müssen wir die Faktenlage checken. Dann sage ich, ist es aus meiner Sicht schon sehr problematisch,
dass man sich früh sexualisiert, in dem Sinne, dass man sich eine Show anschaut, wo man... Wird niemand früh sexualisiert. Das Thema ist eher, dass oft nicht über Sexualität gesprochen wird in einem verantwortungsvollen Umgang. Also das, was du alles erzählt, und das meine ich genau das, was du auch gerade gesagt hast, dass du übernimmst rechte Narrative, die immer wieder reproduziert werden. Und Menschen, die sich jetzt nicht so sehr damit beschäftigen,
gerade Jüngere, die nehmen das halt für bare Münze. Aber jetzt müssen wir kurz das einordnen, weil alle, die jetzt zuschauen, wissen jetzt, hä, was, Dragqueen-Sommerfest, was? Also es gab ein öffentlich gefördertes Berliner Sommerfest, wo auch Dragqueens aufgetreten sind, wo auch ganz klar Familien eingeladen worden sind, also auch Kinder da waren. Es waren keine nackten Menschen da, es wurde nicht über Sexualität
und schon gar nicht irgendwie problematisch über Sexualität gesprochen. Kann man alles nachlesen, weil Reporter da waren und sich das angeschaut haben. Menschen haben es problematisiert tatsächlich, vor allem Rechtsaußenportale wie Nius zum Beispiel, aber auch du. So. Siehst du, siehst du, was er meint? Oder würdest du darüber noch mal nachdenken? Oder sagst du, nee, Quatsch, bleib ich bei der Meinung. hat jeder natürlich noch seine eigene Messlade, wo er sagt, das ist für mich aus
meiner Sicht gefährlich, das ist problematisch, aus meiner Sicht war es nur mal so und deswegen habe ich auch dementsprechend agiert, weil ich auch irgendwie so etwas halt ja nicht möchte, einfach für unsere Gesellschaft und deswegen habe ich im Prinzip meine Stimme dafür gezeigt und wenn es aus deiner Sicht rechtsradikal ist, dann ist es aus deiner Sicht dann dementsprechend tatsächlich so, aber ich fand es einfach gefährlich, so für unsere Gesellschaft und sowas
sollte man nicht unbedingt dann noch, ja sogar fördern, es ist meine persönliche Meinung. Du bist du aber schon auch in dem politischen Umfeld, das ist ja eine gesellschaftspolitische Frage, die du mit diskutieren willst öffentlich, oder? Ja, also ich möchte generell in der Politik jetzt nicht so weit reingehen, aber zu dem Thema habe ich mich einfach, ja ich habe es gespürt, dass ich mich dazu einfach
äußern möchte, um einfach vielleicht etwas zu bewirken, glücklicherweise, es hat glaube ich nicht geklappt mit der, wie nennt man das, die Unterschriften sammeln. Petition? Genau, hat dann in dem Moment nicht geklappt, aber ich habe gehofft, dass da irgendwas passiert und das auch nochmal nachgefragt wird. Ich habe natürlich vorher auch geschaut, wer sind da die Künstler, die da auftreten und dann habe ich auch Bilder gesehen, ja wie jemand dann auch so, dass das Kreuz
einfach so hält und wo ich den Eindruck hatte, dass es eher in Richtung, dass das Kreuz eher verhöhnt wird, statt dass man es irgendwie glorifiziert in dem Moment. Das war jetzt überhaupt nicht die Grundlage dafür, dass ich das gemacht habe, meine Meinung ist einfach nur, wenn man ja, sehe ich aus meiner Sicht, irgendwie relativ freizügig halt nackt vor Kinder hinstellt, ist es meine persönliche Meinung, das ist dann, da spielt natürlich die Messlatte eine Rolle, für
den einen ist das okay, für den einen sagt, okay, das ist mir schon zu freizügig, es ist wahrscheinlich einfach die Brille, durch der ich das dann ganze sehe. Wenn ich diese Brille vielleicht mal kurz für dich austauschen kann, also ich habe ja Kinder und bei uns kommt immer an Weihnachten ein Weihnachtsmann, für mich gibt es zwischen diesem Weihnachtsmann und der Drag Queen keinen Unterschied, beide sind
Entertainer, die Kinder gucken diesen Menschen an, die sind verkleidet, die sind bunt, die sehen fucking cool aus für die Kids. Für mich gibt es da gar keinen Unterschied, das sind Entertainer, die lesen halt vor. Würde dieser Weihnachtsmann jetzt an der Poledance-Stange komische Sachen machen, würde ich auch sagen, sorry, ich mag den Weihnachtsmann nicht, aber ich habe kein Problem mit dem Weihnachtsmann,
sondern es kommt halt echt immer darauf an, was wird da gemacht und wenn da keine nackten Menschen sind, das wird ein bisschen vorgelesen, das sind einfach bunte Menschen. Ich weiß, es sind Männer, die quasi so dieses übertrieben Weibliche so ein bisschen machen, aber es sind Entertainer, es sind am Ende des Tages Entertainer und ich finde, man muss ganz individuell gucken, was passiert da? Also Amerika ist ja zum Beispiel immer ein bisschen absurder als wir und da gab es
das tatsächlich, wo dann Drag Queens auch an der Stange vor Kindern getanzt haben und komische Sachen erzählt haben, aber das ist dann individuelles Thema, wo du dann auch wirklich ganz explizit sagen kannst, ey, da lief was falsch, die Person sollte nicht mehr sowas machen. In Amerika wurden aber auch Drag Queens verprügelt, muss man auch sagen, als gegen Extrem. Ja, das ist auch falsch, natürlich, aber man muss halt individuell immer gucken, was passiert da wirklich,
und wenn da keine Nacktheit, keine Sexualisierung oder sonst was ist, dann sehe ich den Unterschied zwischen einer Drag Queen und einem Clown nicht. Das klingt provokant, aber ich glaube, da würden mir einige zustimmen, weil für mich ist es, wie gesagt, es ist bunt, es ist colorful, es ist für Kinder einfach nur so cool. Okay, letzter Punkt dazu, bitte. Ja, ich würde auch noch gerne erstmal Shoutout an alle Drag Queens da draußen, weil es gibt wirklich sehr viele Drag
Queens und Drag Kings, die wunderbare, like, Aufklärungsarbeit betreiben und wirklich inspirierend sind für sehr viele Communities, für die Schwarze Community, für die Queere Community, für Personen aus allen, aus aller Welt. So viele Menschen da draußen, die nicht Drag Queens sind, die ziehen das Kreuz oder auch andere Glaubensarten so durch den Dreck und machen sich so darüber lustig und darüber wird nicht gesprochen. Und deswegen würde ich mir wünschen,
dass Influencer oder Christfluencer, was auch immer da draußen, spezifische Geschehnisse ansprechen und nicht einfach allgemein einfach eine ganze Gruppe irgendwie verurteilen, weil eine Person aus der Gruppe etwas gemacht hat, was nicht okay ist. Weil das ist genau das, was wir als Problem auch im Rassismus haben. Wenn ein Ausländer was macht, dann wird die ganze Gruppe verurteilt. Wir sind in einer sehr kompromissorientierten Stimmung angelangt,
vielen Dank dafür. Auch der Weihnachtsmann und Clown-Vergleich, der Weihnachtsmann und Drag-Queen-Vergleich, Entschuldigung, Kostümen-Vergleich hat ja zumindest auch dich ein bisschen zum Vorlaufen bewegt. Ich habe das Gefühl, hier sind Kompromisse in der Luft, deswegen würde ich gerne diese Runde aufmachen. Ziel dieser Kompromissrunde ist, dass ihr mal die Köpfe in euren Gruppen zusammensteckt und überlegt euch, was ist der Take, den ich jetzt der
anderen Seite gerne geben würde, damit die noch einen Schritt mehr auf mich zugehen. Ja, was glaubt ihr, wie würdet ihr diese beiden Gruppen noch näher zusammenbringen? Schreibt uns gerne in die Kommentare, ich bin sehr gespannt. Grün fängt an, Grün fängt an. Also unser Kompromiss wäre, dass Christ-Fluenza weiterhin Nächstenliebe und Positivität ausstrahlen und auf jeden Fall auch mehr aufmerksam machen darauf, dass man aufpassen muss und vorsichtig sein muss,
auf welche Stimmen man hört im Internet und was man alles konsumiert. Genau, und neben dem Sensibelsein, was wir überhaupt konsumieren und das Prüfen, sollte man eine persönliche Beziehung selber bauen und in die Bibel schauen und beten, dann kommt man da auch viel weiter im Glauben. Dem kann ich gar nichts hinzuzufügen, Amen, sage ich nur dazu. Amen, so sei es. Könnt ihr damit was anfangen und sagt, ja, finde ich. Also den ersten Punkt, den lasse ich jetzt mal raus, hatten wir
eigentlich fast das Gleiche, wir haben auch gesagt, also der Kompromiss, den wir glaube ich gefunden haben, waren die Nächstenliebe, deswegen haben wir gesagt, Nächstenliebe bedeutet aber auch, machtkritisch und selbstkritisch zu sein, um sich auch schützend vor diskriminierte Gruppen zu stellen und Schwache zu stellen, um sie zu schützen. Also euer Kompromissvorschlag heißt eigentlich Nächstenliebe mit allem,
was dazugehört. Aber eben nicht die giftige Nächstenliebe. Ich würde vielleicht doch was hinzufügen. Ich finde für mich wäre daran wichtig, das dann auch wirklich vorzuleben und nicht nur das Ganze halt auch zu predigen, weil ich muss sagen, wenn ich jemanden sehe, der gute Taten macht, gibt mir das mehr, als ihn in eine Schublade zu stecken. So ist der Christ-Ranser schön und gut, aber was macht er daraus? Und das ist für mich wichtig.
Ihr stimmt offenbar zu. Taten und nicht nur Worte. Richtig. Kommen gleich alle in so eine Umarmung dazu. Also ich muss sagen, ich hatte am Anfang nicht den Eindruck, dass ihr hier so nah zusammenkommt, bin ich ganz ehrlich, weil ihr am Anfang relativ festgetackert hinten rum standet. Aber dann seid ihr euch Schritt für Schritt tatsächlich näher gekommen und das ist ja genau der Sinn dieser Übung, von daher herzlichen Dank dafür. Bin sehr gespannt,
wie wir in den nächsten Jahren in Sachen Christfluencing uns weiter aufstellen als Gesellschaft. Wenn es euch Spaß gemacht hat, schreibt es in die Kommentare. Wenn ihr Fragen habt, fragt sie in die Kommentare. Herzlichen Dank, dass ihr da wart. Wir müssen alles erwarten, auch das Gute. Danke. Danke. Amen. Wenn euch 13 Fragen gefällt, dann abonniert doch bitte unseren Kanal. Das könnt ihr hier tun. Hier oben findet ihr eine weitere Folge und hier die neuste Aspekte-Reportage zum Thema
Früher war die Zukunft besser. Sehr passend zum Thema.

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